Parker 25 und Krokus

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Mein Parker 25, mit Waterman Tender Purple befüllt, inspirierte mich zu diesem Bild.

Vor drei Tagen habe ich wieder einen meiner Parker 25 befüllt. Meine Wahl fiel dabei auf Waterman Tender Purple. Im Anschluss habe ich die blühenden Krokusse im Garten in meinem Moleskine Watercolour Notebook damit gezeichnet. Ein Platinum Preppy mit Platinum Leaf Green als “Eyedropper” befüllt war auch mit dabei sowie der Pentel Aquash für die Verläufe. Der ist in letzter Zeit irgendwie immer dabei.

Letztlich waren mir die Farben im Vergleich zur Natur nicht kräftig genug und ich habe gleich noch meine neuen Akashiya Sai Wasserfarben Pinselstifte ausprobiert – zu denen schreinbe ich später noch mehr. Das Papier des Moleskine hat die Farben richtig aufpoppen lassen.

Begonnen hat aber alles mit dem schlichten Parker 25, einem Füller, den ich uneingeschränkt für den täglichen Einsatz empfehle.

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Ein regulärer Parker 25 mit dem etwas selteneren mattschwarzen Modell

Leider wird er nicht mehr hergestellt, ist aber dennoch in grosser Zahl gebraucht erhältlich. Ich habe meine ersten beiden für jeweils ca. 25,– €  gefunden. Meine beiden nächsten online für noch weniger. Damit befindet sich dieser Oldtimer mit dem Design aus den 70ern in einem Preissegment, das heute die Lamy Safaris oder AL-Stars einnehmen.

Und für die Zielgruppe, die heute einen Lamy Safari oder AL-Star kauft, wurde er damals konzipiert. Robust, zuverlässig, günstig. Der Parker 25 ist ein Füller, der überaschenderweise nicht überrascht, er funktioniert einfach tadellos. Aber er ist potthässlich.

Ich bewundere den Einfallsreichtum, der in die Herstellung des Schaftes floss, der aus einem Stück gestanzt wurde und rede mir ein, dass das Design ein Witz ist, den ich bloss noch nicht verstanden habe.

Ich selber besitze vier Parker 25 und ich behandle auch meine günstigen Stifte mit Sorgfalt. Aber bei meinen Parker 25 muss ich mir keine Gedanken machen, ob er mir mal aus Versehen herunterfällt oder ich ihn in die Hosentasche mit den Schlüsseln stecke. Er ist perfekt für alle, die einen unkomplizierten Füller zum Mitnehmen für Schule oder Büro suchen. Einzig die Tintenkapazität könnte Vielschreibern zu wenig sein, aber in diesem Falle würde ich einfach einen zweiten mitnehmen und da kann ein Safari oder AL-Star auch nicht mehr bieten.

Wieso nun einen Parker 25 kaufen, was spricht dafür?

  • Er ist billig – es gibt seltene Varianten, die erzielen oft Mondpreise, sind aber bis auf das Finish genau die gleichen Füller. Mehr als 25,– € würde ich nicht für einen gewöhnlichen Parker 25 ausgeben.
  • Er ist robust – ein Lamy AL-Star ist eine Mimose im Vergleich zum Parker 25. Ich nehme beide mit nach draussen und schreibe damit im Garten oder unterwegs. Ich bevorzuge den Parker. Und noch ist ein Parker 25 einfach zu ersetzen.
  • Er ist einfach zu zerlegen – Jeden meiner vier Parker 25 musste ich vor Gebrauch erst von alten Tintenresten befreien. Ausserdem ist eine regelmässige Reinigung immer eine gute Idee. Da der Parker aus wenig Einzelteilen besteht und sich leicht auseinandernehmen lässt ist hier von Vorteil.
  • Er ist zuverlässig – Meine Exemplare schreiben jederzeit, immer. Ohne Allüren. Die Stahlfedern gibt es in M und F. Auch hier gibt es keine Überraschungen. M entspricht mittel und schreibt traumhaft, F ist eine wirklich feine Feder und ich benutze sie gerne zum Zeichnen.
  • Die Kappe aufstecken oder nicht – es spielt keine Rolle. – Es gibt Leute, die immer die Kappe aufstecken. Ich mag es eher weniger. Doch bei einem Gesamgewicht von 20 oder 21 Gramm inklusive Tinte und einer Kappe, die sich so tief auf den Schaft stecken lässt, wird jeder glücklich. Geschlossen mit einer Länge von gut 131 Millimetern, passt er zudem in jedes Stifteetui.
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Grössenvergleich mit Lamy AL-Star

Was spricht bei diesen guten Eigenschaften gegen den Parker 25?

  • Das Aussehen ist – ahem – gewöhnungsbedürftig – Ehrlich, der Parker 25 ist kein Hingucker und das mattschwarze Finish wird leicht speckig. Er ist kein Prestigeobjekt, will er auch nicht sein. Das Space-Age Design aus den 70ern ist nicht jedermanns Geschmack.
  • Er wird nicht mehr produziert – egal wieviel Exemplare hergestellt wurden und wieviele davon noch in Umlauf sind, die Anzahl ist beschränkt. Ich sicher mir jetzt schon Ersatzteile
  • Die Preise sind oft überzogen – für seltenere Exemplare, z.B. in Weiss oder mit orangen Kunststoffteilen werden oft Mondpreise verlangt und auch bezahlt. Auch verlangen manche Verkäufer für Standardmodelle aus meiner Sicht überzogene Preise und schlagen dann noch Versandkosten drauf. Ein Füller, der sich aus Sicht des Käufers in einem sehr guten Zustand befindet, muss sich aus meiner Sicht noch lange nicht in einem guten Zustand befinden, was oft noch erschwerend dazukommt.

Als Fazit lässt sich sagen, dass der Parker 25 ein aus meiner Sicht zu wenig beachteter Klassiker ist, der in jede Füllersammlung gehören sollte. Eine Alternative aus der Gegenwart wäre der Parker Urban, dessen Design sich beim Parker 25 anlehnt und der dazu auch noch schick aussieht.

Ich benutze alle meine vier Parker 25 gerne und ab und zu macht der ein oder andere auch mal einen Cameo-Auftritt.

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Parker 25 und Kaweco AL Sport. Beide habe ich bei diesem Bild mitverwendet.
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